Erweckung

Im 18. und 19. Jahrhundert erleben die U.S.A. drei grosse religiöse Erweckungen (Great Awakening). Ihre Vertreter lehnen die Kirchen ab, die ihnen zu elitär oder zu rationalistisch sind, und sie stellen die Bibel und das Gefühl in den Mittelpunkt des Glaubens. Die Beziehung zu Gott muss unmittelbar sein wie bei den Quäkern. Oft entsteht sie nach einer von einem Prediger ausgelösten Bekehrung. Die Pfingstbewegung und ihre Heilungsgottesdienste sind ein Erbe dieser Erweckungsbewegungen.

Quäker (31)

Die Quäker verdanken ihren Namen dem Zittern, das sie manchmal im Gottesdienst erfasst, in dem sie ohne besondere Rangordnung auf Eingebung des Heiligen Geistes das Wort ergreifen. Dabei berufen sie sich auf eine direkt auf das Urchristentum zurückgehende Praxis, in dem es keine Institutionen gab. Das Quäkertum – die Gesellschaft der Freunde – entstand im England des 17. Jahrhunderts und entwickelte sich in den U.S.A. vor allem dank William Penn, der 1682 Pennsylvania gründete und die Kolonie nach den Toleranzgeboten der Quäker aufbaute.
Religiöse Zeremonien und Bräuche aller Völker der Welt, J. F. Bernard und B. Picart, Vierter Band, Amsterdam, 1736.

Satteltaschen für methodistische Wanderprediger (32)

In diesen Ledersatteltaschen führten die Wanderprediger der Amerikanischen Methodisten im 18. und 19. Jahrhundert ihre Habe mit. Am Rande der städtischen Kirchen kümmerte sich diese bedeutsame Erweckungsbewegung um die in der Weite des amerikanischen Territoriums verstreuten ländlichen Gemeinden. Dabei hatten die beritten Pastoren nur dabei, was in diese Satteltaschen passte, und predigten jeden Tag an einem anderen Ort. 1839 gab es mehr als 3.500 solcher Prediger im Land.


Satteltasche eines berittenen Methodistenpredigers,
Leihgabe des World Methodist Museum, Lake Junaluska

Heilungsgottesdienst (33)

Die Pfingstbewegung hat weltweit fast 280 Millionen Anhänger, Tendenz steigend.  Die aus den U.S.A. stammende reformierte Bewegung stützt sich auf eine direkte Gotteserfahrung durch spirituelle Taufe und Heilung durch den Geist. Die Pfingstler vertreten die Auffassung, dass die Bibel keiner Auslegung bedarf und fühlen sich damit den urchristlichen Gemeinden nahe, in denen Kranke geheilt und der Geist unmittelbar empfangen wurde, wie es die Pfingstgeschichte mit der Ausgiessung des Heiligen Geistes 10 Tage nach Christi Himmelfahrt erzählt.


Foto einer Pfingstheilungsszene,
Presbyterian Historical Society, Philadelphia, Faksimile.