Who is who

Baptists (58)

Baptisten
17% der US-Amerikaner

Heute die grösste protestantische Denomination (Glaubensgemeinschaft) in den Vereinigten Staaten. Die erste baptistische Kirche wurde 1609 in Holland von einem englischen Pastor gegründet, der sich mit der anglikanischen Kirche überworfen hatte. Die Baptisten stehen in der Nachfolge der Wiedertäufer (Anabaptisten) und der englischen separatistischen Puritaner. Die Baptisten praktizieren die Erwachsenentaufe durch Untertauchen, daher ihr Name (baptism = Taufe). In einigen Teilkirchen werden Frauen als Pastorinnen anerkannt, schon 1815 wurde in den U.S.A. die erste Baptistenpfarrerin ordiniert.
Celebrity: Britney Spears

Catholics (59)

Römische Katholiken
24% der US-Amerikaner

Lang Zeit fristete der Katholizismus in den U.S.A. ein Mauerblümchendasein. Zwar wurde die Kolonie Maryland im 17. Jahrhundert für die Aufnahme katholischer Einwanderer gegründet, doch erst die Erweiterung der Union um Kalifornien und Florida brachte einen Schub für die Konfession, die dann im 19. Jahrhundert mit den Einwanderungswellen aus Italien und Irland erheblich an Einfluss gewann. Die amerikanische katholische Kirche wurde lange mit Misstrauen angesehen, weil sie einer Instanz ausserhalb des Landes untersteht.
Celebrity : George Clooney

Congregationalists (60)

Kongregationalisten
Weniger als 1% der US-Amerikaner

Die aus der englischen Reformation im 16. Jahrhundert hervorgegangenen Kongregationalisten treten für die vollständige Autonomie der Gemeinden ein, ohne zentrale kirchliche Autorität. Darin unterscheiden sie sich von den Presbyterianern , die allerdings auch «reformiert» sind und mithin Calvins Lehre nahe stehen. Sie unterscheiden sich ebenso vom Anglikanismus, den sie von allzu katholischen Einflüssen und von seiner zu grossen Nähe zum Staat «reinigen» wollen. Daher auch ihr Beiname «Puritaner» (purity = Reinheit). Sie sind es, die 1620 an Bord der Mayflower auswandern.
Celebrity : Barack Obama

Episcopalians (61)

Episkopalisten
2% der US-Amerikaner

Die Episkopalkirche wurde 1789 gegründet, war aber schon seit 1607 der amerikanische Ableger der anglikanischen Kirche in den Kolonien. In der Revolution stiess sie auf Ablehnung, weil sie zu sehr mit der britischen Krone gleichgesetzt wurde. Wie alle Anglikaner kennen die Episkopalisten kein Glaubensbekenntnis, sondern stützen ihren Glauben auf die grossen Konzilstexte des frühen Christentums. Heute zeichnen sie sich durch ihre progressive Haltung und ihr Engagement für sexuelle und Gender-Minderheiten aus.
Celebrity : Mariah Carey

Lutherans (62)

Lutheraner
4% der US-Amerikaner

Die aus Skandinavien und Deutschland eingewanderten Lutheraner bauten ihre ersten Gemeinden im 17. und 18. Jahrhundert auf. Heute sind die amerikanischen Lutheraner in drei grosse Kirchen aufgespalten, die sich zwar in den Grundprinzipien der lutherischen Lehre einig sind (Gnade, Glaube und Schrift allein, Rechtfertigungslehre), nicht aber im Hinblick auf die Auslegung der Bibel, ob sie wörtlich zu lesen sei oder nicht, und auch nicht in ethischen Fragen (Homosexualität, Abtreibung, Frauenordination…).
Celebrity : Bruce Willis

Mennonites (63)

Mennoniten
Weniger als 1% der US-Amerikaner

Ihr Name geht auf den Gründer Menno Simons (1496-1561) zurück, der in den Niederlanden eine streng gewaltfreie Täuferbewegung ins Leben rief. Während des ganzen 17. Jahrhunderts waren die Mennoniten in Europa schweren Verfolgungen ausgesetzt. Der Quäker William Penn bot ihnen Zuflucht in Pennsylvania an, wo sie sich 1683 niederliessen. Sie verweigern jeglichen Militärdienst und lehnen zum Teil auch den technischen Fortschritt ab. So die Amischen, die nach der Lehre des Schweizers Jakob Ammann (1645-1730) leben, der sich seinerzeit von den Mennoniten abspaltete.
Celebrity : John Denver

Methodists (64)

Methodisten
5% der US-Amerikaner

Der Begriff « Methodist » war ursprünglich abwertend und bezog sich auf die «methodische» Frömmigkeit seiner Anhänger. Im 18. Jahrhundert rief John Wesley innerhalb der Kirche von England eine Bewegung ins Leben, die auf das Studium der Bibel, auf die Bekehrung des Einzelnen und die Begeisterung in der Gemeinde gerichtet war und die Amtskirche aus ihrer Lethargie wachrütteln sollte. Dank dem Erfolg seiner Methode gelang es der Bewegung um 1770, auch in den U.S.A. Fuss zu fassen. Heute zeichnet sich das Methodistentum durch eine grosse theologische und politische Meinungsvielfalt aus.
Celebrity : Hillary Clinton

Others (65)

Andere
13% der US-Amerikaner

In dieser Gruppe werden die Protestanten zusammengefasst, die sich in keiner der beschriebenen Traditionen wiedererkennen (non-denominational). Dazu gehören die Mormonen, millenaristische Gruppen wie die Adventisten, die die Wiederkunft Christi erwarten, oder die «Restaurationisten», welche die Reinheit des ursprünglichen Christentums wiederherstellen wollen. Manche ihrer Überzeugungen werden von einiger der aufgeführten Denominationen geteilt.
Celebrity : Prince (Zeuge Jehovas)

Pentecostals (66)

Pfingstgemeinden
5% der US-Amerikaner

Der afroamerikanische Pastor William Joseph Seymour (1870-2011) gründet die Pfingstbewegung in Los Angeles im Jahr 1906. 2020 sind die Pfingstler die weltweit am schnellsten wachsende Religionsgemeinschaft. Sie legen den Schwerpunkt auf die Verwandlung des Lebens durch den Glauben und durch die Geistestaufe, eine Erfahrung, die sich durch Zungenreden manifestiert. Daher auch der Bezug zum Pfingstereignis in der Bibel. In Glaubensfragen besitzt die Bibel absolute Autorität.
Celebrity : Jerry Lee Lewis

Presbyterians (67)

Presbyterianer
3% der US-Amerikaner

Die ersten Presbyterianer kamen aus England und Schottland. Die Bezeichnung dieser angelsächsischen Kirchen, die den reformierten Kirchen Kontinentaleuropas nahe stehen, stammt von Reformator John Knox. Die Gemeinden engagieren sich vor allem für Bildung und Mission. Innere Spaltungen in der Frage der Sklaverei prägten die Kirche im 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert zeigen sich die Presbyterianer fortschrittlich in Fragen der Umwelt, der Sexualmoral, der Ökumene und der Wirtschaftsethik.
Celebrity : Ronald Reagan

Quakers (68)

Quäker
Weniger als 1% der US-Amerikaner

1652 gründete der englische Dissident (Dissenter) George Fox die Religiöse Gesellschaft der Freunde. Seine Anhänger wurden schnell als Quäker («Zitterer») bekannt. Den Spitznamen verliehen ihnen Spötter wegen der besonderen Erregung, die sie bei Gottesdiensten befällt. Schon 1656 ist ihre Präsenz in den Vereinigten Staaten belegt. Die Bewegung gibt Laien und schon ab dem 17. Jahrhundert auch Frauen viel Raum. Im 19. Jahrhundert kämpften die Quäker an der Seite der Abolitionisten engagiert für die Abschaffung der Sklaverei. Ihre Gottesdienste sind besonders schlicht.
Celebrity : Joan Baez

Reformed (69)

Reformierte
Weniger als 1% der Amerikaner

Diese aus der niederländischen Einwanderung des 17. Jahrhunderts hervorgegangenen Kirchen gehören zu den Anhängern der Reformation Calvins, deren strikte Einhaltung sie predigen. Sie bekennen die Unfehlbarkeit und wörtliche Geltung der Bibel und vertreten eine strenge Ehemoral. Eine dieser Kirchen betreibt die Calvin University und das Calvin Seminary in Grand Rapids, Michigan, zwei renommierte Bildungs- und Studieneinrichtungen für Theologie.
Celebrity : Paul Schrader