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Schutzplan

Salle de la Compagnie: 23 Mal Amerika

57 Prozent der Amerikaner lesen mindestens einmal pro Woche die Bibel, bei den Schweizern sind es 10 Prozent. Das hat damit zu tun, dass die Entwicklung der Vereinigten Staaten von einer protestantischen Grundwelle getragen wurde, die vierhundert Jahre nach Ankunft der calvinistischen Pilgerväter immer noch zu spüren ist. Die Bibel steht dabei im Mittelpunkt. Jeder ist frei, sie selber auszulegen, vorausgesetzt er schränkt damit die Religionsfreiheit, Dreh- und Angelpunkt der amerikanischen Demokratie, nicht ein.

In 23 Holzvitrinen zeugen ebenso viele Exponate von dieser vielfältigen religiösen Identität reformierter Prägung. In einer Reise und Wanderschaft andeutenden Szenografie des Künstlers Séverin Guelpa lassen sich einzigartige Bibeln, das erste in Nordamerika veröffentlichte Geschichtsbuch, die Satteltasche eines methodistischen Wanderpredigers und sogar eine Teekanne für die Abschaffung der Sklaverei betrachten.

Zu bestaunen sind auch ein Muschelhorn, mit dem indianische Gläubige zum Gebet gerufen wurden, die Schürze aus Sankt Galler Organdy eines amischen Mädchens, Reden von Martin Luther King und Billy Graham, Statistiken, Karten, und eine originelle Aufzählung der wichtigsten christlichen Konfessionen. Insgesamt eine farbenfrohe Kollage dazu, wie sich eine religiöse Strömung, die von Europa ausging und von Calvin massgeblich mitgeprägt wurde, jenseits des grossen Teiches entfaltete und entwickelte.

I.   AMISCHE
Wie andere religiöse Minderheiten Europas fanden auch die Amischen in den U.S.A. einen Ort, an dem sie frei nach ihrem Glauben leben konnten. Bis heute pflegen sie althergebrachte Lebensformen, die hier durch Gebrauchsgegenstände und Kleidungsstücke symbolisiert werden: zwei Puppen, ein Bügeleisen, ein Kinderbuch, eine Mädchenschürze und eine männliche Kopfbedeckung.
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II.   PREDIGT
Im Laufe ihrer Geschichte haben die Vereinigten Staate immer wieder kraftvolle Phasen der religiösen Erweckung erlebt. Diese Bewegungen wurden wesentlich von wortmächtigen Predigern getragen, die ihre Zuhörer mit einer direkten, emotionalen Sprache zu entflammen vermochten. So zum Beispiel George Whitefield (1714-1770), Jonathan Edwards (1703-1758) und, näher an unserer Zeit, Billy Graham.
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III.    GEOGRAPHIE DER RELIGIOSITÄT
71% der Amerikaner bezeichnen sich als Christen, davon 47% Protestanten und 21% Katholiken (Zahlen von 2014). 7% gehören einer anderen Religion an. 23% bezeichnen sich als nicht gläubig; deren Anteil ist damit gegenüber der Erhebung von 2007 stark angestiegen. Aufgeteilt nach Bundesstaaten stellt sich die Religiosität als bunter Flickenteppich dar.
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IV.   RICHESSE ET PAUVRETÉ
Das Christentum hat in den U.S.A. stark dazu beigetragen, dass in dem jungen Land, das sich seine Sozialpolitik noch erarbeiten musste, Gerechtigkeit und Solidarität verankert wurden. Walter Rauschenbusch und Andrew Carnegie trugen ihren Teil dazu bei, jeder auf seine Weise.
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V.   THANKSGIVING
Dieser vielleicht beliebteste aller US-Feiertage geht auf die Zeit der Mayflower und der Pilgerväter zurück. Knapp ein Jahr nach ihrer Ankunft wurde das erste Thanksgiving gefeiert – ein Fest des Dankes an Gott und an die Indianer, die den Neuankömmlingen zur Seite gestanden hatten. Später wurde das Fest zur Institution und ein identitätsstiftendes Ereignis im historischen Gedächtnis der Nation.
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VI.   HEXEN
Der Protestantismus gilt als Gegenentwurf zum Aberglauben, doch noch lange bezeugte er die Existenz von Teufeln und Hexen. Der Glaube an das Unsichtbare gewinnt umso mehr an Gewicht, als eine Gemeinschaft mit wirtschaftlichen, politischen und sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Das war der Fall im 17. Jahrhundert in Neuengland unweit von Boston, wo die berühmt-berüchtigten Ereignisse um die Hexen von Salem ihren Lauf nahmen.
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VII.   TOLERANZ
Die erste Zeit der europäischen Kolonisierung Nordamerikas ist von gegensätzlichen Episoden der religiösen Abschottung und der Toleranz gekennzeichnet. An vielen Orten wurde aber Toleranz geübt, so in Pennsylvania oder in Providence, einer von Pastor Roger Williams gegründeten, gastfreundlichen Kolonie.
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VIII.   PATRIOTISMUS
Die Vereinigten Staaten sehen sich gerne als gelobtes Land und ihren Aufstieg zur Supermacht als Ausdruck einer göttlichen Berufung . In den Werken des konservativen Malers John MacNaughton bewohnen Moses oder Jesus Christus höchstpersönlich das Capitol, während die Formel «God bless America» sowohl als Feststellung als auch als Aufforderung zu verstehen ist.
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IX.   ABOLITIONISMUS
Die Kämpfe um die Abschaffung der Sklaverei gehören zur amerikanischen Identität. Während einerseits versucht wurde, die Sklaverei mit der Bibel zu rechtfertigen (s. Nische XII), schöpften andererseits viele Gegnerinnen und Gegner der Sklaverei ihre Ideale aus dem protestantischen Glauben; so Harriet Beecher Stowe, die Verfasserin des Bestsellers Onkel Tom’s Hütte; oder John Sewall, Verfasser des ersten Flugblattes gegen die Sklaverei in den U.S.A., The Selling of Joseph. Eine abolitionistische Teekanne, die Gedichte der ersten schwarzen amerikanischen Schriftstellerin Phyllis Wheatley und ein Foto der Fisk Jubilee Singers, des ersten amerikanischen Gospelchors mit künstlerischen Anspruch,  sind weitere Zeugnisse dieser Bewegung hin zu einer Anerkennung der Würde der Afroamerikaner.
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X.   AMERIKANISCHE INDIANER
Die Indianer sind die grossen Verlierer der Entstehung der U.S.A. Binnen drei Jahrhunderten ist seit dem Eintreffen der Mayflower eine ganze Zivilisation praktisch verschwunden. Dabei gab es durchaus Bemühungen, die Identität der angestammten Bevölkerung zu erhalten. Diese entsprangen gleichzeitig einem missionarischen Auftrag und der Sorge um die Achtung einer fremden Kultur. Beispiele dafür sind eine in die Algonquin-Sprache übersetzte Bibel oder die grosse Klangmuschel, mit der die Delaware-Indianer zum Gebet gerufen wurden.
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XI.   GENF
Die Geneva Bible ist die «Sola Scriptura» der Mayflower, und sie begleitet die Pilgerväter auf ihren ersten Schritten in der Neuen Welt. Sie symbolisiert die Verbindung zwischen Calvin, der zu ihrer Übersetzung beitrug, und den zukünftigen U.S.A. 150 Jahre später wurde der Genfer Protestant Albert Gallatin US-Finanzminister und ein bedeutender amerikanischer Unternehmer.
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XII.   KARIKATUR
Redefreiheit ist in den Vereinigten Staaten ein ganz zentraler Wert, und sie drückt sich im Laufe der Geschichte in einem bunten Strauss satirischer Publikationen aus, in denen auch die Repräsentanten der Religion mit Witz und Schärfe aufs Korn genommen werden. So verspottet der englische Maler William Hogarth einen Erweckungsprediger, oder katholische Prälaten werden als Krokodile dargestellt. Die Kunst der Zeichnung wird aber auch für Präventionsprojekte eingesetzt.
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XIII.   ERWECKUNG
Im 18. und 19. Jahrhundert erleben die U.S.A. drei grosse religiöse Erweckungen (Great Awakening). Ihre Vertreter lehnen die Kirchen ab, die ihnen zu elitär oder zu rationalistisch sind, und sie stellen die Bibel und das Gefühl in den Mittelpunkt des Glaubens. Die Beziehung zu Gott muss unmittelbar sein wie bei den Quäkern. Oft entsteht sie nach einer von einem Prediger ausgelösten Bekehrung. Die Pfingstbewegung und ihre Heilungsgottesdienste sind ein Erbe dieser Erweckungsbewegungen.
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XIV.   SKLAVEREI
Die amerikanischen Kirchen haben die Sklaverei zwar weitgehend bekämpft, doch viele Christen haben sie gerechtfertigt und den Transport von Sklaven von Afrika nach Amerika mit organisiert. Sogar die Bibel wurde dafür manipuliert, und im 19. Jahrhundert kamen auch gewaltsame Formen des Kampfes gegen den Abolitionismus auf.
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XV.   BIBEL
Die Bibel ist im Alltag der U.S.A. ganz besonders präsent. Mehr als die Hälfte der Amerikaner liest mindestens einmal pro Jahr darin (s. die Umfrage in Nische XXII). Die amerikanische Publikationsgeschichte hat einige originelle Bibelausgaben aufzuweisen, so die «liberale» Bibel von Präsident Jefferson, die Frauenbibel oder eine Missionsbibel für Korea. Die Mormonen stützen ihren Glauben auf eine weitere Schrift, das Buch Mormon, das auf einer späteren Offenbarung Christi beruht.
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XVI.   DERIVATE
Ohne Protestanten keine Haferflocken, keine Cornflakes und kein Basketball? Kaum übertrieben, denn sowohl Quakers Oats, Kellogg’s als auch Basketball sind Erfindungen protestantischer Überzeugungstäter und brachten es bis weit über die USA hinaus zu grosser Beliebtheit. Eine internationale Kleidermarke aus den U.S.A. verwendet für ihr branding sogar explizit einen Bibelvers.
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XVII.   1620
Die Ankunft der Pilgerväter im November 1620 und die frühen Jahre der neuen Kolonie in Plymouth nach der Landung der Mayflower wurden erstmals in Morton’s Memorial erzählt, dem ältesten in den U.S.A. erschienenen Geschichtsbuch, von dem hier eine der ersten Ausgaben zu sehen ist. Daneben das erste Glaubensbekenntnis der Neuen Welt, und das Bekenntnis der Baptisten, der heute grössten protestantischen Konfession des Landes. Schon 62 Jahre vor der Fahrt der Mayflower hatte Calvin an Amerika gedacht, allerdings an das südamerikanische Rio, von wo sein Gesandter Jean de Léry mit dem aussergewöhnlichen Reisebericht Voyage faict en la terre du Brésil zurückkehrte, der 1580 veröffentlicht wurde.
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XVIII.   ZEITUNGEN
Die beiden einflussreichsten protestantischen Zeitungen der U.S.A. vertreten jeweils den konservativen bzw. progressiven Flügel der reformierten Szene. Allerdings ist die Auflage der konservativen Zeitschrift sieben Mal höher als die der liberalen, was zeigt, dass die religiösen Bewegungen heute mehr nach rechts neigen als in den 1960er Jahren.
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XIX.   KING
Martin Luther King ist eine US-amerikanische Ikone. Märtyrer, Prophet und Vorkämpfer gegen die Rassentrennung, Galionsfigur der grössten protestantischen Denomination des Landes, Ausnahmeredner in einer Reihe mit den grossen Predigern der Geschichte – der Baptistenpfarrer steht seinem illustren Namensvetter aus dem 16. Jahrhundert in nichts nach.
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XX.    ÖFFENTLICHER RAUM
Das erste Amendment (Zusatzartikel) der US-amerikanischen Verfassung begünstigt die religiöse Glaubensäusserung im öffentlichen Raum. Auch ein Glaubensbekenntnis auf einem Dollarschein ist da unproblematisch. Und das Sternenbanner ist ein heiliges Symbol, das Gegenstand.
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XXI.   AUF DEM HÜGEL
Seit den Anfängen der europäischen Kolonisation werden die späteren Vereinigten Staaten von Amerika als eine Nation der Pioniere gesehen, auf welche die ganze Welt schaut. Sehr schnell wird das biblische Bild von der glänzenden Stadt auf dem Hügel für den Amerikaner zur Verpflichtung, Vorbild zu sein. Immer wieder haben sich herausragende Persönlichkeiten des Landes auf diese Metapher berufen.
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XXII.   STATISTIK
Ein Vergleich der religiösen Praxis in den U.S.A. und in der Schweiz zeigt, dass man in den U.S.A. weniger zurückhaltend ist, wenn es darum geht, seinen Glauben öffentlich zu äussern.
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XXIII.   DARWIN vs BIBEL
Immer wieder flammt in den U.S.A. der Streit über die Stellung der Bibel gegenüber der Wissenschaft auf. Anfang des 20. Jahrhunderts kristallisierte sich die Debatte rund um die Frage nach der Entstehung des Lebens. Wer sagt die Wahrheit? Darwin oder die Bibel?
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