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DAS INTERNATIONALE MUSEUM DER REFORMATION IST WEGEN UMBAUARBEITEN GESCHLOSSEN

Eine merkwürdige Begegnung

Diese bemerkenswerte Darstellung ist ebenfalls in den Räumen des MIR zu entdecken. Die Gravur zeigt einen Müller, der mit der Peitsche in der Hand auf einem Esel sitzt und auf eine Mühle zureitet. Auf einem Eselsohr steht der Name Calvin. Auf dem Hinterteil des Tieres, das den Schwanz gerade zum Koten anhebt, steht die Inschrift “bais ici derrière” – was sich sowohl wie «hier hinten küssen» als auch wie «hier hinten ist Bèze»  anhört – eine Anspielung auf den Genfer Reformator Theodor Beza (Théodore de Bèze). Zwei Vierzeiler unter dem Bild erläutern die Szene. Dem  Calvinisten, der ihm entgegenkommt, entgegnet der Müller, indem er auf das Ohr und das Gesäss seines Reittiers zeigt: “voicy Calvin, E bais ici derriere”. «Da ist Calvin – und Bèze/küss da hinten».

Das anzügliche Wortspiel mit dem Reformator Bèze und die Anspielungen auf Calvin zeigen, mit welch derber Satire zuweilen versucht wurde, die beiden Reformatoren lächerlich zu machen.

 

Französischer Künstler, Die seltsame Begegnung, um 1600-1650, Kupferstich. Musée historique de la Réformation, Genf, hinterlegt im MIR, Genf.